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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Diese Muskelerkrankung ist eine äußerst ernst zu nehmende Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Seit 100 Jahren ist sie schon auf der ganzen Welt bekannt. Diese Erkrankung kann vererbt werden, weitere Ursachen sind jedoch noch unbekannt. Außerdem sollten Sie wissen, dass ALS nicht mit MS zu vergleichen ist. Oft werden die beiden Erkrankungen mit einander verglichen oder in einen Topf geworfen. Es handelt sich aber um zwei unterschiedliche Erkrankungen.

Allgemeine Informationen zu der Erkrankung ALS

An ALS erkranken jährlich ca. 100.000 Menschen auf der Welt. Dazu gehört übrigens auch der sehr bekannte und leider kürzlich verstorbene Physiker Stephan Hawking, der an einer seltenen Form von ALS litt. Die Krankheit bricht meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr aus. Nur in seltenen Fällen sind auch schon junge Erwachsene betroffen. Männer erkranken häufiger wie Frauen (1,6:1) und die Zahl der erkrankten auf der Welt steigt stetig an. Allerdings schreitet die Krankheit bei jedem Individuum unterschiedlich schnell oder langsamer voran, hier spielt auch das Geschlecht keine Rolle.

In der Regel wird nur das Nervensystem von der Krankheit beeinflusst, die für die Motorik zuständig ist. Alle anderen Bereiche wie fühlen, sehen, schmecken und auch die Bereiche der Blase und des Darmes bleiben im Normalfall in dem Zustand, in dem sie bereits sind. Es kann allerdings bei manchen Erkrankten dazu kommen, dass sie eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit haben. Schwerwiegende Beeinträchtigungen kommen jedoch nur sehr selten vor.

Die Erkrankung breitet sich in den Nervenzellen im Rückenmark und in den Fortsätzen der Muskulatur aus. Es folgen Muskelschwäche (Paresen), Muskelschwund (Atrophie) und Muskelzuckungen (Faszikulationen). Dabei kommt es dann zu Beeinträchtigungen der Atemmuskulatur und der Muskeln in Armen und Beinen. Hinzu kommt, dass die Schluck-. Sprach- und Kaumuskulatur ebenfalls geschwächt werden, wenn die motorischen Nervenzellen im Hirnstamm betroffen sind. Sind die motorischen Nervenzellen der Hirnrinde und die Verbindungen zum Rückenmark betroffen, kommt es zu Muskellähmungen, spastischen Lähmungen und einer Steigerung der Reflexe.

Symptome und Diagnose dieser Muskelerkrankung

Bei jedem Erkrankten können die Symptome unterschiedlich schnell und stark voran schreiten. Zu Beginn können erst Hand- und Unterarmmuskulatur betroffen sein und sich dann weiter auf die Beine ausbreiten. Nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit in Schulter- und Oberarmmuskulatur oder in der Unterschenkel- und Fußmuskulatur. Bei Betroffenen, bei denen zuerst Schluck-, Kau- und Sprechmuskulatur betroffen sind, spricht man von einer Bulbärparalyse. Nur in seltenen Fällen äußern sich die ersten Symptome in Form von spastischen Lähmungen. Muskelkrämpfe und auch starkes Muskelzucken gehören allerdings zu den typischen Symptomen von ALS.
Die Erkrankung schreitet im gleichmäßigen Tempo voran und verkürzt die Lebenszeit. Allerdings gibt es Erkrankte, welche diese Erkrankung 10 Jahre oder sogar länger überlebt haben.

Besteht ein Verdacht auf ALS, muss der Betroffene sich bei einem Neurologen vorstellen. Es werden klinische Untersuchungen durchgeführt, unter anderem wird auch die Muskulatur bezüglich ihrer Kraft getestet und ob bereits ein Muskelschwund zu erkennen ist. Auch das Schlucken, wie man spricht und atmet wird genau untersucht und eventuelle Abweichungen festgestellt. Zudem werden die Reflexe getestet und Muskel- und Nerven-Regionen, die diese Erkrankung normalerweise nicht befällt, um andere Krankheiten auszuschließen.
Des Weiteren kann es dann noch zu Untersuchungen des Urins, Blutes und des Nervenwassers kommen und die Nervenleitgeschwindigkeit kann festgestellt werden. Dadurch lässt sich dann auch eine sichere Diagnose stellen.

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